Botanisch gehört Mooreiche zur Stieleiche oder Traubeneiche, ihre besondere Farbe entstand jedoch nicht durch die Baumart selbst, sondern ausschließlich durch die jahrhundertelange Lagerung im Moor.
Viele der heute gefundenen Mooreichen stammen aus einer Zeit, als die Kelten Mitteleuropa besiedelten (ca. 800–50 v. Chr.) und das Römische Reich (ca. 15 v. Chr. bis 5. Jh. n. Chr.) noch nicht existierte. Einige Funde sind sogar noch älter und stammen aus der Bronzezeit (ca. 2.200–800 v. Chr.).
Die Farbpalette von Mooreiche reicht von dunklem Braun über Anthrazit bis hin zu tiefem Schwarz. Häufig bleiben die ursprüngliche Eichenmaserung und die markanten Jahresringe deutlich sichtbar, wodurch jedes Stück eine individuelle Zeichnung erhält. Da Färbung und Struktur von den Lagerbedingungen sowie der Dauer der Einlagerung abhängen, gleicht kein Stück dem anderen.
Die Eigenschaften von Mooreiche können je nach Alter und Erhaltungszustand variieren. Gut erhaltenes Material ist hart, dicht und dauerhaft, während sehr alte Stücke deutlich spröder sein können als frisches Eichenholz. Für die Verarbeitung sind deshalb viel Erfahrung und große Sorgfalt entscheidend.
Mooreiche lässt sich sägen, fräsen, schleifen und polieren. Aufgrund ihrer teilweise spröden Struktur ist die Bearbeitung schwieriger, als bei vielen anderen Hölzern.
Wegen ihrer Seltenheit und ihrer außergewöhnlichen Optik wird Mooreiche vor allem für exklusive Möbel, Messergriffe, Schreibgeräte, Musikinstrumente und andere kunsthandwerkliche Arbeiten verwendet. Ihre einzigartige Entstehungsgeschichte und ihre elegante dunkle Ausstrahlung machen Mooreiche auch zu einem besonders faszinierenden Material für hochwertigen Holzschmuck.